Macro-Fotografie

Die Welt der kleinen Dinge ist es, was die Makrofotografen interessiert. Sie gehen den Dingen buchstäblich auf den Grund, indem sie so nahe wie es technisch geht an ein Objekt herangehen und es abfotografieren. Die Makrofotografie hat eine lange Geschichte und ist vor allem durch die modernen Objektive immer populärer geworden. Sie haben heute oft neben dem Zoom auch eine Makrofunktion.

Mittlerweile gibt es sogar Handys, die den Benutzter bis zu 2.5 cm an ein Objekt herangehen lassen. Damit kann man schon hervorragend Blütenpollen fotografieren. Bearbeitet und verbessert werden die Bildern dann mit zahlreichen Apps, die Sie bei der Bearbeitung auf Ihrem Telefon unterstützen und in manchen Fällen schon gratis heruntergeladen werden können.

Die etwas allgemeine Definition ist, dass bei einem Makrobild Objekte größer als in Wirklichkeit dargestellt werden. Früher hatte man mangels geeigneten Linsen einen Schlitten zwischen ein normales Objektiv und die Kamera gespannt, den so genannten Balgen. Heute werden fast ausschließlich spezielle Makrolinsen oder Zoomobjektive verwendet.

Amateure gehen meistens auf die Suche nach Insekten oder Pflanzen. Ein klassisches Motiv sind die Augen der Stubenfliege oder eine Schmetterling in Nahaufnahme. Dabei muss man entweder gut vorbereitet sein oder Glück haben. Denn die Nähe zum Objekt bedingt fast schon, dass es sich nicht bewegen darf. Außerdem braucht man viel Licht, damit eine Nahaufnahme auch entsprechend ausgeleuchtet ist.

Licht und Abstand sind entscheidend

Die größte Herausforderung ist aber die geringer Tiefenschärfe. Sie beträgt je nach Blendeneinstellung nur wenige Millimeter. Das kann bedeutet, dass eine Fliege von schräg oben ein Auge im Fokus hat, das andere Auge aber bereits sehr unscharf ist. Man kann dem Problem auf verschiedene Weise begegnen. Entweder versucht man, das Objekt so zu platzieren, dass der wesentliche Bereich auf einer Linie parallel zum Betrachter liegt. Oder aber man versucht, so viel Licht zu haben, dass man durch die Ausleuchtung einen besseren Blendenbereich auswählen kann, also eine höhere Blendenzahl. Das ist aber auch wieder mit Einschränkungen verbunden, weil es durch die Beugungseffekte zu Unschärfen kommen kann.

Am besten sucht man sich deshalb Objekte aus, die gut beleuchtet oder gar bewegt werden können, sich selbst aber nicht bewegen und eine interessante Struktur haben. Die Tiefenschärfe macht oft den Reiz der Makrobildern aus, vor allem wenn sie den Hintergrund verschwimmen lässt. Makrofotografie kann hervorragend mit Farben spielen, manche Fotos sehen wie ein Aquarellgemälde aus.

Weil man so einen kleinen Schärfebereich hat, kommt man um ein Stativ eigentlich nicht herum. Nur so kann man genau einstellen, welchen Teil eines Objektes man im Fokus haben möchte. Je weniger Wind vorhanden ist, umso besser lassen sich dann auch Blüten fotografieren. Wer den klassischen Anflug einer Biene an eine Blüte fotografieren will, sollte sich parallel aufstellen (Bienen fliegen meist direkt an), so dass die Blüte von der Seite sichtbar ist. Dann die Schärfentiefe so einstellen, dass sowohl die vorderen als auch die hinteren Blätter noch scharf sind.