Portrait-Fotografie

Bei der Portraitfotografie hat der Fotograf gleich zwei Herausforderungen: Das Foto muss zum einen der abgelichteten Person gefallen, zum anderen aber auch technischen und künstlerischen Anforderungen genügen. Das wird in der Generation Selfie nicht unbedingt leichter, wo jeder mit einem Smartphone denkt, die besten Fotos von sich zu machen. Meistens werden Portraits von Menschen gemacht, es gibt auch die Tierportraitfotografie.

Kopf und Schulter

Bei der Portraitfotografie wird meistens zwischen der Studiofotografie und der Fotografie außerhalb unterschieden. Im Studie wird fast immer eine Blitzanlage verwendet, außerhalb ist das von der Umgebung abhängig. Heute versteht man unter einem Portrait vor allem den Kopf und den Schulteransatz, manchmal bis zur Brust gehend. Das war nicht immer so. Die alten Meisten hatten noch die komplette Person auf die Leinwand gemalt und auch heute noch werden wichtige Personen als Ganzkörperbild fotografiert. Auch bei den Selfies gibt es wieder den Trend, komplett auf dem Bild zu sein – meistens mit Selbstauslöser oder von einem Freund gemacht.

Das Portrait als Genre soll aber vor allem den Charakter der abgebildeten Person darstellen. Es ist kein Passbild, das einer Funktion genügen soll, sondern ein Kunstwerk. Deswegen sind Portraitfotografen oft auch speziell ausgebildet. Sie besprechen vor der Fotosession mit ihren Kunden, worauf es bei dem Portrait ankommen soll. Dabei ist besonders wichtig, für wen das Portrait gedacht ist. Hängt es im Büro, wird man etwas seriöser oder visionär aussehen wollen. Das Bild im Wohnzimmer hingegen soll meistens freundlich aussehen.

Welches Objektiv?

Bei der Frage, welches Objektiv am besten geeignet ist, gehen die Geschmäcker auseinander. Die meisten Portraitfotofragen nehmen ein 70 bis 120 mm Objektiv, weil damit am besten mit der Tiefenschärfe gespielt werden kann. Die Puristen, vor allem solche, die von der Straßenfotografie kommen, schwören auf eine 50 mm Festbrennweite. Dann gibt es auch noch das Zoomobjektiv, dass eine große Bandbreite abdecken kann. Mancher hat sogar schon ein Makroobjektiv verwendet. Auf keinen Fall geeignet sind Weitwinkel und Fisheye-Objektive, weil sie viel zu sehr verzerren.

Licht und Schatten

Besonders wichtig bei der Portraitfotografie ist das Spiel von Licht und Schatten. Es vermittelt Tiefe und Raum, aber auch Charakter und Bedeutung. Oftmals wird man eine Hälfte des Gesichts weniger stark beleuchtet sehen als die anderes. Das wird unter anderem auch deshalb gemacht, weil man zwei verschiedene Gesichtshälften hat und meistens nur eine davon betont werden soll.

Als Hintergrund eignet sich alles, was vom Gesicht nicht ablenkt. Bei Mustern sollte man Abstand von der Wand haben, um sie verschwimmen zu lassen. Am besten ist ein schwarzer oder weißer Hintergrund, hier hat man die meisten Gestaltungsmöglichkeiten. Auch in der Natur sollte man versuchen, den Hintergrund nicht allzu erkennbar zu machen. Ausnahmen sind historische Gebäude im Hintergrund, die noch erkennbar sein sollten oder andere wichtige Gegenstände.