Wie funktionieren Kameras?

Heute unterscheidet man vor allem zwei Typen von Kameras: Spiegelreflexkameras und spiegellose Kameras. Zu den letzteren gehören einfacher Reisekameras, aber auch die neuen Four-Thirds oder 4:3 Kameras, die schon in den Profibereich gehören.

Spiegelreflexkamera

Bei der Spiegelreflexkamera wird ein Film oder ein Chip von einem Spiegel verdeckt, damit kein Licht hineinkommt. Wenn nun ein Bild gemacht wird, dann klappt der Spiegel hoch und es wird entsprechend den Einstellungen so lange Licht hineingelassen, wie man angegeben hat. Meistens dauert das zwischen 1/60 und 1/400 Sekunden. Dann klappt der Spiegel wieder herunter und der Film oder Chip ist im Dunklen. Warum aber braucht es den Spiegel? Er lässt das Licht, dass durch das Objektiv kommt, in den Sucher fallen. Bei einer Spiegelreflexkamera hat man im Sucher das gleiche Bild, dass auch durchs Objektiv kommt. Das unterscheidet sie von einer Sucherkamera, bei der lediglich ein Sucher links oder recht eingebaut ist oder aufgesteckt wird. Man hat mit einem solchen weniger Kontrolle über das tatsächliche Bild.

Spiegellose Kameras

Bei den spiegellosen Kameras fehlt die aufwendige Spiegel-Mechanik. Bei älteren Geräten, die noch einen Film benutzen, wurden lediglich über den Auslöser eine kleine Klappe geöffnet die das Licht hineinließ. Der Bildausschnitt konnte nur über einen Sucher ausgewählt werden und war nicht immer akkurat. Bei den elektronischen Kameras kann das Bild, dass durch das Objektiv kommt, auf einem Bildschirm angezeigt werden. Hier wird kein Film mehr belichtet, sondern ein Chip. Der sendet die Daten entweder an einen Monitor oder auch an einen elektronischen Sucher. Damit kommt das Bild dann dem tatsächlichen Ausschnitt sehr nahe. Wird ein Foto ausgelöst, werden die Daten auf dem Chip einfach nur gespeichert.

Belichtung und Blenden

Die Menge Licht, die auf den Chip oder Film fällt, wird durch zwei Faktoren bestimmt: Die Belichtungszeit und die Blende. Die Blende schließt oder öffnet das Objektiv. Eine kleine Blendenzahl bedeutet eine große Öffnung, eine große Zahl eine kleine Öffnung. Die Belichtungszeit gibt wiederum an, wie lange das Licht auf den Chip oder Film fällt. Je länger, umso heller wird das Bild, je kürzer umso dunkler. Allerdings ist hier ein Zusammenspiel von Blende und Belichtungszeit wichtig. Bei einer schnellen Sportaufnahme wird man nur eine kurze Belichtungszeit nehmen, um kein verschwommenes Bild zu haben. Einen Nachthimmel belichtet man bis 30 Sekunden und hat dann aber die Blende weit geöffnet, um jedes Detail aufnehmen zu können.

Man kann sich auch eine Kamera selbst bauen, die so genannte Lochkamera. Dazu wird ein Film in eine kleine Pappschachtel gelegt, die lichtdicht verschlossen ist. In diese wird vorher noch ein kleines Loch gebohrt, dass dann abgedeckt wird. Damit hat man einen fixen Blendenwert. Wenn man nun das Loch öffnet, fällt Licht auf den Film . Das Bild steht dann übrigens auf dem Kopf und seine Schärfe und Größe hängt vom Loch und dem Abstand des Gegenstandes zur Kamera ab.